Gastautor Kevin Blum: Kombiniere!

Ist bei der ambulanten oder stationären Pflege der Einsatz mehrerer Hilfsmittel erforderlich, kann es räumlich schnell mal knapp werden. Eine clevere Lösung sind Kombi-Versorgungen, die verschiedene Funktionen erfüllen.


In der ambulanten Pflege

Je nachdem, wie umfangreich die Hilfsmittelversorgung aufgrund der Erkrankung sein muss, kann es möglich sein, dass die räumlichen Ressourcen schnell ausgelastet sind. Oft wäre eigentlich ein zusätzliches Zimmer notwendig, um die Vielzahl an verschiedenen Hilfsmitteln unterzubringen. Für die eigentliche Pflege oder Therapie der Patienten geht wertvolle Zeit verloren, bis alles sortiert und gerichtet ist, oder weil nicht benötigte Hilfsmittel aus dem Weg geräumt werden müssen. Insbesondere in kleinen Wohnungen oder verwinkelten Altbauten können Hilfsmittel, die mehrere Funktionen erfüllen, eine gute Lösung sein.

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In der stationären Pflege

Der Wirtschaftlichkeitsfaktor bei der Anschaffung der vorzuhaltenden Hilfsmittel sollte nicht außer Acht gelassen werden. In der stationären Pflege kommen Patienten mit unterschiedlichem Unterstützungsbedarf zusammen. „Multitalente“ unter den Hilfsmitteln werden hier immer beliebter, da sich flexibel einsetzbare, einstellbare Versorgungen schnell an den individuellen Bedarf anpassen lassen. Ein Hilfsmittel, das verschiedene Funktionen kombiniert – zum Beispiel ein Gerät, das flexibel als Geh-, Aufhilfs- und Transferhilfe einsetzbar ist – kann nicht nur kostengünstiger in der Anschaffung sein, sondern auch ein Plus an Ergonomie und Flexibilität bieten.

An IST-Zustand anpassbar

Je nach Krankheitsbild kann es immer wieder zu Veränderungen des aktuellen Zustandes des Patienten kommen. Leider ist es oft nicht möglich, beim Einsatz der notwendigen Hilfsmittel schnell genug auf Veränderungen zu reagieren.

Ein Beispiel ist der Schlaganfall: Hat der Patient einen Patientenlifter oder eine Positionswechselhilfe bereits zu Hause, ist dies zweckmäßig und definitiv eine Erleichterung. Macht er aber schnell Fortschritte – beispielsweise erweitert er seine körperlichen Fähigkeiten vom Stehen in der Positionswechselhilfe in ein kurzzeitiges Gehen – kann zwar im Rahmen der pflegerischen Evaluation alles korrekt und zum Besten geplant werden. In der Regel verstreichen aber wertvolle Wochen, bis das benötigte Hilfsmittel wie beispielsweise ein Gehtrainer genehmigt und geliefert sind.

Krankheitsentwicklung immer im Blick

Bei fortschreitenden Krankheitsverläufen oder auch bei Sturzereignissen ist es für Pflege- und Therapiefachleute grundsätzlich wichtig, im Auge zu behalten, wie sich die Krankheit im besten oder im schlechtesten Fall entwickeln könnte und welches Hilfsmittel dann benötigt wird. Multifunktionale Hilfsmittel unterstützen die Umsetzung des Expertenstandards „Förderung und Erhalt der Mobilität“, da die Kombinations-Hilfsmittel ein Plus an Funktionen aufweisen, flexibel und individuell genutzt werden können und der pflegerischen Expertise der Fachkräfte bei der Mobilitätseinschätzung folgen.


Kevin Blum, Pflegeberater nach § 7a, examinierter Altenpfleger, Produktspezialist und Inhaber von „Dienstleistungen für Pflege & Reha“, bildet als Dozent zu den Themen Betreuungsassistenz und kultursensible Pflege weiter und berät Altenhilfe-Einrichtungen in den Bereichen Förderung und Erhaltung der Mobilität.


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